Ein Hundeblog

Juhuuu, das Kind frisst!

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oder: „Ein Hund verhungert nicht vorm vollen Fressnapf“

Was das Fressen von Klein-Motsi betraf, hatte ich die ersten Tage schon ein paar Sorgenfalten im Gesicht. Motsi schaute lustlos in ihren Fressnapf und schob das Trockenfutter hin und her. Auch der angebotene Frischkäse, den Hunde ansonsten gerne fressen, wurde mehr über den Fußboden verteilt, als dass er im Bauch eines kleinen Chow-Mädl landen würde. Von den paar Leckerlies, die Motsi dann doch gnädigerweise annahm und den 4 Frolics konnte weder ein Hund satt werden, geschweige aus einem Hunde-Baby eine stattliche Hunde-Dame werden.

Gedanklich sah ich mich schon den Sack Welpenfertigfutter der bei uns im Keller steht, ins Tierheim bringen. Tineke hatte mir diesen auf meinen Wunsch hin besorgt, damit Motsi das selbige Futter bekommt wie in ihrer Geburtsstätte. Die Umstellung auf die „Fränkische Kost“ sollte so problemlos von statten gehen.

In meiner Not fuhr ich dann stinkende Geschütze auf:
Frischen Blättermagen.

Mich hätte es schon stutzig machen sollen, welche plötzliche Wandlung in dem kleinen Hunde-Kind vor sich ging, als ich den Napf befüllte. Nicht nur die Nase von Motsi wurde immer länger, sondern der ganze restliche Hundekörper versuchte doch tatsächlich auf die Küchenarbeitsplatte zu gelangen.
Mein Welpen-Mama-Gesicht strahlte bis zu den Ohren. Anscheinend hatte ich nun endlich den Geschmack meines Wurschtels getroffen.
Am darauf folgenden Tag gab es den Rest des Blättermagens und zusätzlich wurde  überbrühtes, durchgedrehtes Rindfleisch mit beigemischt. Plötzlich fing mein Hunde-Kind das Fressen an. Alles was ich ab da angeboten habe, wurde nun buchstäblich aufgesaugt. Egal ob das nun gedünstete Hühnerbrust oder Leber ist, Muskelrinderfleisch oder Pansen, frisches Eigelb, Buttermilch oder das Welpen-Fertigfutter – alles verschwindet in einem Affentempo in Motsi’s Magen.

Was für mich nun nicht ganz überraschend ist:
Auf Gemüse kann anscheinend nicht nur Smilla, sondern auch Klein-Motsi verzichten. Ich finde es immer wieder bewundernswert wie sorgsam ein Hund die mit Fleisch vermengten, geraspelte Karotten entkernen kann um diese dann abgelutscht im Napf zurück zu lassen. Nun ja, auch da werden wir noch das richtige Gemüse finden, was dem schwarzen Chowie-Mädel schmecken wird.
… und Sorgen muss ich mir nun um den riesigen Sack Fertigfutter auch nicht mehr machen. Seit dem die kleine Maus ihre Fressblockade aufgelöst hat, ist nichts mehr essbares vor ihr sicher. Selbst die kleine heimischen Schnirgel-Schnecke wurde untersucht, ob diese nicht doch genießbar wäre.

Was nun neu ins Hunde-Lernprogramm aufgenommen wird:

  • Hunde verhungern hier nicht (auch nicht die kleinen Hunde)
  • Man kann auch als Hunde-Baby ganz geduldig warten, bis die Futterschüssel fertig befüllt ist und Richtung Boden schwebt
  • Futter muss man nicht verschlingen, sondern kann es jederzeit gerne wieder an Frauchen zurück gegeben, falls sie dies doch selber essen möchte (letzteres glaubt aber nicht mal Frauchen)
  • Leckerlies werden vorsichtig genommen ohne die Finger von Herrchen/Frauchen zu beschädigen

 

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