Mandel-Butterkuchen

wenns mal ganz schnell perfekt sein muss

Butter-Mandelkuchen

 

 

 

Gestern war die Küche komplett vom Küchenchef blockiert. Es wurde geputzt und geschält, geschnitten und gewürfelt, gebraten und gedünstet, gemischt und gemengt. Von der Menge der Töpfe und dessen Inhalt aus zu schließen, müssen wir anscheinend die nächsten Tage eine ganze ausgehungerte Kompanie verpflegen.

In dieser Situationen ist es immer ratsam, die Küche nebst Pädda zu verlassen und sich mehrere Stunden abseits des Geschehens auf  die feinen Ergebnisse zu freuen. Nebst Ragù alla bolognese und Gulasch, was stundenlang leise vor sich hin simmern musste, wurde auch das erste selber gebackene Laugengebäck, Chiabatta und Dinkelbrot aus dem Backofen gezaubert. Ab und an wurde ich dann gerufen um ein kleines Stückchen dieser Köstlichkeiten zu verkosten.

… und wie schlage ich jetzt den Bogen zum Mandelkuchen? Ganz einfach: Wenn der Backofen schon mal glüht, kann man auch diesen hervorragenden Kuchen rein schieben, der laut Pädda nicht sonderlich schwer nach zu backen ist. Das Ergebnis war wieder mal perfekt.

Der Teig

  • 1 Becher Sahne
  • 1 Becher Zucker
  • 2 Becher Mehl
  • 1 P. Vanillezucker
  • 1 P. Backpulver
  • 4 Eier

Der Belag

  • 150 g Butter
  • 1 Becher Zucker
  • 5 El Milch
  • 1 P. Vanillezucker
  • viel gehobelte Mandeln

Aus den Teigzutaten einen Rührkuchen zubereiten und 10 Minuten bei 200° backen. Zwischenzeitlich die Butter mit der Milch erwärmen, die restlichen Zutaten mit unter rühren und auf den Kuchen verteilen und noch 10 Minuten backen.

 

Chili

und der Sommer wird scharf.

Chilisamen in Anzuchtstöpfchen

Chilisamen in Anzuchtstöpfchen

Mitte Januar fällt für mich der Startschuss für die Gartensaison. Auch wenns draußen klirrend kalt sein müsste (bis jetzt ist immer noch kein Schnee in Sicht) kruschel ich aus dem Keller die Anzuchtstöpfe und Minigewächs-häuser hervor. Gedanklich bin ich schon bei den vor uns liegenden warmen und sonnigen Monaten, in denen das Leben im Garten und Natur statt findet.

Hervorragend für die Anzucht meiner Chili- und Tomatenpflanzen ist das Bürogebäude in dem ich arbeite. In unseren Büros herrschen auch im Winter tropische Temperaturen von 24° und mehr. Die Fußbodenheizung und die Süd- Westseite mit den bis zum Boden verglasten Fenstern sind hervorragende Voraussetzungen für eine gute Keimung der Samen.

Gezogen werden mittelscharfe und scharfe Chilies, die auf der Schärfeskala  zwischen 4 und 8 liegen. Habaneros, die bei 10+ liegen wurden einmalig von mir angebaut. Ich esse zwar gerne sehr scharf, diese Chili-Sorte war allerdings auch mir viel zu scharf. Am Schluss landeten die Schoten im Bio-Müll. Diese Saison wurden Samen von wohl klingenden Chilis wie „Feuer Küsschen“, „Joes Long“, „Bulgarian Carrot“ oder „Ecuador Purple“ und „Serrano“ in die Anzuchtstöpfchen gesteckt. Jetzt muss ich mich etwas in Geduld üben und wenn alles so gut verläuft wie die Jahre davor, werden Mitte Februar die ersten Pflänzchen zu sehen sein.

 

Blaue Zipfel

auf die Worschd kommt’s an.

Außerhalb Frankens werde ich immer fragend angeschaut, wenn ich von „blauen Zipfel“ erzähle. Noch ungläubigere Blicke ernte ich bei der Erklärung, dass es sich um Bratwürste handelt, die in einem Essigsud gar gekocht werden. Wir Franken schätzen die „Brad-Worschd“ nicht nur auf dem Grill, sondern auch aus dem Topf. Viel verkehrt kann man bei der Zubereitung der „blauen Zipfeln“ nicht machen. Meiner Meinung nach ist es viel wichtiger die richtige Bratwurst zu finden die in den Sud kommt. Franken ist ein vielfältiges Wurstland. Jede Region, ja fast schon fast jedes Dorf hat seine eigenen Geschmacksrichtung. Große Unterscheide gibt es beim roten und weißen Pressack, bei der roten und weißen Stadtwurst und vor allem bei der fränkischen Bratwurst. Als ich vor Jahren von Wendelstein nach Bamberg zog (ca. 70 km Luftlinie), suchte ich verzweifelt nach meiner „Fränkischen Bratwurst“, die gröber im Met  und wesentlich länger und dicker ist, als die weit bekannte „Nürnberger Rost-Bratwurst“. Diese beiden Bratwurst-Sorten sind sehr würzig, haben keinen Kümmel und viel Majoran in sich. Die „Bamberger Bratwurst“ ist vom Met her sehr fein und für mich eher geschmacksneutral. Im Raum Coburg wird die „Coburger Bratwurst“ produziert. Sie ist wahrscheinlich die längste Bratwurst in Franken, die man in einem „Weggla“ (Brötchen) zu essen bekommt. Ihr Met ist auch sehr würzig und frisch vom Grill sagt sie mir noch mehr zu, als die „Fränkische Bratwurst“. In Kulmbach bekommt man dann die „Kulmbacher Bratwurst“, von der mein Papa immer sehr begeistert war. Ihr Met ist mir persönlich jedoch viel zu fein. Was für ein Glück, dass ich eine Metzgerei gefunden habe, die meine „Fränkischen“ Bratwürste nebst den „Coburger“ Bratwürste im Bamberger Raum mit anbietet. Nachdem sich der Sud für die  „blauen Zipfel“ wunderbar am Abend vorher zubereiten lässt, sind sie ein relativ einfaches Essen, das hervorragend schmeckt und schnell zubereitet werden kann.

Mengenangaben kann ich nicht bestimmen, das muss jeder selbst abschmecken.

Einen großen breiten Topf zur Hälfte mit Wasser füllen und langsam mit Wacholderbeere, frischen Lorbeerblättern, frische zerquetschte Pfefferkörner, Nelken, evtl. gekörnte Brühe, grobes Meersalz und Wein-Essig aufkochen lassen.  Wer mag kann auch einen Schuss Weißwein mit in den Sud geben. Derweilen schneide ich Zwiebeln in Spalten, gerne auch klein geschnittenes Wurzelgemüse und gebe dies mit in den Sud. Alles zusammen aufkochen lassen,  die Hitze reduzieren und ca. 30-60 Minuten mit halb geöffneten Deckel leicht köcheln lassen. Die Zwiebeln sollten noch bissfest sein.  Den Deckel weg nehmen und die Bratwürste in den Topf legen und vorsichtig ziehen lassen. Die Brühe darf auf keinen Fall kochen, sonst platzen die Würste. Nach ca. 10 Minuten sind die Bratwürste durchgezogen. Serviert wird in tiefen Tellern mit dem gegarten Gemüse und etwas Sud. Dazu gibt es frisches Brot oder Laugengebäck.

dinner in the dark oder von wegen das Auge isst mit.

Gestern Abend war es soweit. Peter und ich  lösten den Gutschein ein, den ich von meinen Arbeitskollegen zum 50igsten Geburtstag geschenkt bekommen habe.

Wir kannten weder den Pörtnerhof in Seßlach, wo dieses Dinner statt fand, noch konnten wir uns etwas unter „Genießen im Dunklen“ vorstellen. Durch die Zusammenarbeit des Restaurants mit der Würzburger Blindenstiftung entstand diese Idee, ein Abendessen in der vollkommenen Dunkelheit anzubieten. Ein Teil des Erlöses geht auch an die Blindeninstitutsstiftung.

Um 18:30 Uhr war Treffpunkt im Restaurant und bei einem Glas Prosecco wurden wir auf das vor uns liegende Abendessen vorbereitet. Es mussten alle Handys ausgeschaltet werden und wir wurden dann in zweier Paaren durch eine Lichtschleuse geführt und an unseren Tisch und Sitzplatz geleitet. Von nun an waren wir auf uns selbst gestellt.  Wir saßen uns paarweise gegenüber. Uns wurde noch erklärt, dass vor uns ein Brotkorb sei und wenn wir Wasser zum Essen trinken möchten, die offenen Flaschen auf dem Tisch stehen würden. Wir könnten, nein wir mussten das Wasser selbst einschenken, im Dunkeln. Wein oder andere Getränke wurde uns an den Tisch gebracht und von unserer Gastgeberin eingeschenkt. Anhand der Besteckanordnung konnten wir erfühlen, dass es ein 4-gängiges Menü sein wird.  Die beiden Bedienungen verfügten über ein Nachtsichtgerät und kannten auch den Raum. Es war für sie trotzdem nicht so ganz einfach, das Essen und die Getränke zu servieren.

Der erste Gang wurde aufgetragen und wir konnten damit anfangen in der kompletten Dunkelheit zu essen, was nicht ganz so einfach war. Den Versuch mit Messer und Gabel zu essen habe ich im Vorfeld ausgeschlossen. Für mich war der Suppenlöffel und meine linke Hand das Besteck durch den Abend. Nachdem wir die Vorspeise gegessen hatten mussten wir erraten was wir auf dem Teller hatten. Es war ein hervorragendes Steinpilzrisotto mit kurz gebratenem Zander. Beim nächsten Gang war meine Hand nutzlos. Es gab eine sehr köstliche Karotten-Ingwer-Suppe mit Gemüseeinlage. Als Hauptgang folgte eine Variation vom Schwein. Mit Backpflaumen gefüllte Schweinelende und ein Stück Krustenbraten, an Steckrüben-Kohlrabi Gemüse, mit Sellerie-Kartoffelpüree. Ein Traum! Zum Abschluss wurde uns noch ein kleiner Nachtisch serviert. Es waren unterschiedliche Früchte und Schokoladenstückchen, die wir ebenfalls geschmacklich erraten mussten.

Um unsere Augen nach dem Essen wieder langsam ans Licht zu gewöhnen, wurde ein Teelicht in den Raum gebracht. Wir alle waren überrascht, dass dieses kleine Teelicht für unsere Augen schon als viel zu grell empfunden wurde.

Für uns war es sehr interessant, wie man in dieser kurzen Zeit in der vollkommenen Dunkelheit seine Sinne schärfen kann. Wir empfanden die Gespräche am Nebentisch lauter, als sonst und was viel wichtiger war: Man konzentriert sich enorm auf den Geschmackssinn beim Essen. Das hätten wir bei weitem nicht gedacht. Bei diesem Dinner im Dunklen ging uns tatsächlich ein Licht auf!

Ein ganz dickes DANKE an meine Kollegen, die sich dieses tolle Überraschung ausgedacht haben!

Aufgalopp

Heute war unser Aufgalopp für`s  Wanderjahr 2014. Es wurde auch langsam Zeit. Die vergangenen Feiertage mit den üppigen Mahlzeiten bringen schon ein paar kleine Pfunde mehr mit auf die Waage. Doch das alleine ist nicht der Grund weshalb wir heute unseren kleinen Rucksack mit ein bisschen Äpfel , Lebkuchen und heißem Tee bepackten. Wir, naja eher ich, schaue schon auf das erste Drittel des Frankenweges und bekanntlich heißt es:  „Gut trainiert ist gut gelaufen“.
Eine bestimmte Route hatten wir nicht geplant, einfach einen Weg von Frensdorf über die B22 und im Wald wieder zurück. Da der Wetterfrosch gestern Regen und schlechtes Wetter ankündigte, freuten wir uns um so mehr, dass der Himmel nur dick bewölkt war. Pünktlich um 9:00 Uhr marschierten wir los. Unser Weg führte über Vorra, durch die Feldwege, weiter zur Überquerung der B22 und über Stegaurach und Waizendorf wollten wir wieder nach Hause. Da wir keine Karte dabei hatten, das Navi im Wald keinen Empfang mehr hatte, die Wege sehr schlecht ausgeschildert waren, sind wir einmal im Kreis gelaufen. Irgendwie schafften wir es dann doch wieder auf normale Waldwege zu kommen, allerdings nicht Richtung Stegaurach, sondern wir kamen in Birkach wieder aus dem Wald. Es war kurz nach 12:00 Uhr  und wir entschlossen uns auf dem direkten Weg nach Frensdorf zurück zu laufen.
Da das Navi nicht komplett aufgezeichnet hat, können wir anhand der vorliegenden Daten und der Wegstrecke nur vermuten, dass wir in 4 Stunden ca. 16-18 km gelaufen sind.

Scheeeee wars trotzdem!