Zum goldenen Hirschen in Lenkersheim

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oder: kulinarisches highlight im Fränkischen Nirgendwo

Vor einigen Monaten ist Pädda auf diese Gastwirtschaft im Internet gestoßen.
Wir suchten im Raum Bad Windsheim eine Lokalität um gemeinsam mit Freunden den Weihnachtsmarkt in Rothenburg o.T. bei einem gemütlichen Abendessen ausklingen zu lassen.
Allerdings hatten wir uns dann im Dezember für ein anderes Restaurant entschieden.
Wer jedoch Pädda kennt, weiß, dass einmal ausgegrabene Gastronomieadressen nicht im Nirwana landen.

Etwas skeptisch war ich dann schon als Pädda mich zu seinem verspäteten Geburtstagsessen nach Lenkersheim „Zum goldenen Hirschen“ einlud.
Das Internet hat nicht viel über dieses Gasthaus her gegeben (es gibt auch keine eigene HP) – bloß die üblichen Portal-Bewertungen, die diese Lokalität immens gut bewerteten.
Nur – dem Internet kann man ja bekanntlich nicht immer alles glauben 😉 und so machten wir uns am vergangenen Wochenende auf den Weg um uns selbst von der hochgelobten Küche zu überzeugen.

Das Gasthaus ist von außen ein typisches Fränkisches Wirtshaus mit einem sehr kleinen angrenzenden Gartenbetrieb. Die Gaststube hat den liebevollen Charme einer etwas vergangenen Zeit. Die 30 Plätze (man muss zwingend reservieren!) waren voll besetzt und der Senior-Wirt passte wunderbar in das liebevolle Gesamtbild.
Die Speisekarte war auf zwei Seiten abgebildet und wir entschieden uns für das Menü, bei dem man auch die Vor- und Hauptgänge austauschen konnte.
Eine Wein- oder Getränkekarte suchte man vergebens. Kein Problem, laut dem Wirt gibt es sehr erlesene Weine. Wir entschlossen uns nach einem atemberaubenden alkoholfreien Holunder- Aperitif fürs fränkische Bier und warteten nun auf das was kam.

… und was dann aus der Küche hervor gezaubert wurde übertraf unsere sämtlichen Erwartungen!
Ein kulinarisches Highlight folgte auf dem anderen.

Es begann mit einem kleine Gruß aus der Küche.
Karottenschaumsüppchen mit einem auf dem Löffel servierten Gemüsestrudel (Anmerkung Pädda: „the taste“ lässt grüßen).

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Das nächste Geschmackserlebnis lies nicht lange auf sich warten.
Bunter Frühlingssalat mit frisch gehobelten Parmesan.

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Beim Hauptgang entschied ich mich für das Milchkalbsfilet an frischem Gemüse mit selbst gemachte Spaghetti.

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Pädda wählte Fränkischen Baggers mit rosa gebratenem Lammfilet.

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Bei beiden Gerichten explodierten die Geschmacksknospen ins unendliche, bevor dann der Höhepunkt serviert wurde.
Das Dessert!

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Es fällt mir sehr schwer, dieses exorbitante Abschlussgericht zu beschreiben. Man muss es einfach selber probieren !! 🙂 (und das sage ich, als „nicht sonderlich süß essender Genussmensch 😉 )
Pädda und ich waren restlos begeistert, was in diesem doch etwas unscheinbaren Gasthaus für eine exquisite Küche geboten wird.

Unser Fazit:
Ab und an liest man im Internet auch keine Fake-News 😉 und wir werden mit Sicherheit nicht das letzte Mal zum Essen da gewesen sein!!!

Erec’s

Erec's

oder: Geburtstagsessen im März?

Nein, ich habe keinen Geburtstag. Der vergangenen ist fast genauso weit weg, wie der nächste kommen wird.
Trotzdem waren wir in Sachen „Schbazls Geburtstagsabendessen“ unterwegs. Seit Wochen, eigentlich Monaten war ein Dinner in diesem Restaurant geplant. Es kam immer wieder etwas dazwischen und die letzten beiden Male musste ich den bereits reservierten Tisch wieder absagen. Zweimal kurz hintereinander hatte mich eine heftige Erkältung erwischt, die nicht nur meine Geschmacksnerven lahm legten.
Gestern Abend war’s dann soweit. Endlich konnten wir uns mein Geburtstagsessen schmecken im Hotel-Restaurant Kolb in Zeil am Main, schmecken lassen.

Hätte ich nicht reserviert, wir wären aller Wahrscheinlichkeit an dem Restaurant, ohne weiteren Blick auf die Karte, vorbei gelaufen. Recht unspektakulär liegt es gegenüber einem Altenpflegeheim. Nur ein kleines Schild an der Eingangstür verriet, dass es ein ausgezeichnetes Lokal ist.
Die Speisekarte versprach fränkisches traditionelle Gerichte und mediterrane Schmankerln. Die charmante Wirtsfrau hatte noch ein paar Köstlichkeiten in petto, die nicht auf der Karte standen. Pädda entschied sich für eine Meerettichschaumsuppe, ohne rote Bete 😉 danach für geschmorte Rinderbacken mit Sellerieschaum und Rösties. Meine Wahl fiel auf eine Currysuppe mit Garnelen und Ossobuco mit italienischem Gemüse.

essen-4Vorweg gab es einen kleinen Gruß aus der Küche. Mit Speck umwickelte Zwetschgen – wunderbar!

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Currysüppchen mit Garnelen

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Ossobuco an hausgemachten Nüdelchen

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Rinderbacken mit Rösties und Sellerieschaum

Obwohl ich nach diesem wunderbaren und äußerst opulenten Essen nicht mal mehr „papp“ sagen konnte, musste das Quittensorbet den krönenden Abschluss bilden.

Es war ein wunderschöner Abend und ein exzellentes Essen – so kann ich frohen Mutes auf mein neues Lebensjahr blicken 😉

Gutshof Andres

Gutshof Andres

Ein kleiner Geheimtipp

Nein, die Waage wird mich die nächsten Tage nicht sehen 😉 ! Zu viel Gutes sind in den letzten zwei Wochen in denen ich Urlaub hatte über meinen Gaumen geschwebt. Der weltbeste Hobbykoch namens Pädda hat seine ganze Koch- und Backkunst, auf zwei Krücken stehend, an mir ausprobiert. … und ich muss sagen – so gesehen bin ich ganz froh, dass ab Montag wieder unser normales Arbeitsleben beginnt.

Zum Abschluss dieser kulinarischen Tage waren wir gestern Abend im Gutshof Andres  zum Dinner … ja, auch Päddas werden jedes Jahr ein Stückchen älter.
Das Restaurant liegt in einem alten, denkmalgeschützten Bauernhof im kleinen idyllischen Dörfchen Pettstadt/Hassberge. Wir hatten einen Tisch im Wintergarten, mit Blick auf den kleinen Teich. Die Speisekarte bot alles zwischen einer Wurstplatte bis zum 4-Gänge Menü aus der heimischen Region  auf. Wir entschieden uns für letzteres. Was jetzt kam, war ein Walzer im Reich des Genusses.

Speisekarte

Vorweg ein Gruß aus der Küche – rosa gebratene Gänseleber

Gänseleber

Kalbsfrikadellen auf Frühlingssalat mit Erdebeerdressing

Kalbsfrikadellen

 FrühlingskräutersuppeKräutersuppeMaibock mit grünem Spargel

Maibock

Empfehlenswert wäre die Reservierung eines Tisches. Die Wein- und Bierkarte lässt keine Wünschen offen. Mit Sicherheit werden wir wieder vorbei kommen um diese gute fränkische Küche zu genießen.

 

Brauereigasthof Penning Zeisler

Ein Geheimtipp, der (k)einer ist. 14-DSC_8015

Der heutige Sonntag versprach vom Wetter her einen noch perfekteren Sonnenschein, als die letzten Tage. Was hielt uns zu Hause? Nichts! Ein Ausflug in die „Fränkische“ sollte es werden und wir beide hatten Lust auf ein „Schäuferla“. Franken hat die höchste Brauereidichte in Deutschland und eine Brauerei, die was auf sich hält, hat einen eigenen Brauereigasthof. Meistens ein Garant für guten Mittagstisch und ein wunderbares Bier.

Bier vom Fass - Brauereigasthof Penning

Gesagt – getan und so packte ich Pädda nebst Hunde ins Auto und los ging’s nach Hetzelsdorf in den Braureigasthof Pening Zeisler. Bereits um 11:30 Uhr waren alle Bänke vor der Gaststätte besetzt und wir konnten gerade noch einen Platz ergattern.

Fränkisches Schäuferla, mit Kraut und Klöße

Das Schäuferla war wieder perfekt und das Bier dazu ein fränkisch lukullischer Traum. Herz, was willst du mehr? Die nicht Mal 20 Euro für beide Essen incl. Getränke (ich hatte ein Radler) waren mehr als gut angelegt.

dinner in the dark oder von wegen das Auge isst mit.

Gestern Abend war es soweit. Peter und ich  lösten den Gutschein ein, den ich von meinen Arbeitskollegen zum 50igsten Geburtstag geschenkt bekommen habe.

Wir kannten weder den Pörtnerhof in Seßlach, wo dieses Dinner statt fand, noch konnten wir uns etwas unter „Genießen im Dunklen“ vorstellen. Durch die Zusammenarbeit des Restaurants mit der Würzburger Blindenstiftung entstand diese Idee, ein Abendessen in der vollkommenen Dunkelheit anzubieten. Ein Teil des Erlöses geht auch an die Blindeninstitutsstiftung.

Um 18:30 Uhr war Treffpunkt im Restaurant und bei einem Glas Prosecco wurden wir auf das vor uns liegende Abendessen vorbereitet. Es mussten alle Handys ausgeschaltet werden und wir wurden dann in zweier Paaren durch eine Lichtschleuse geführt und an unseren Tisch und Sitzplatz geleitet. Von nun an waren wir auf uns selbst gestellt.  Wir saßen uns paarweise gegenüber. Uns wurde noch erklärt, dass vor uns ein Brotkorb sei und wenn wir Wasser zum Essen trinken möchten, die offenen Flaschen auf dem Tisch stehen würden. Wir könnten, nein wir mussten das Wasser selbst einschenken, im Dunkeln. Wein oder andere Getränke wurde uns an den Tisch gebracht und von unserer Gastgeberin eingeschenkt. Anhand der Besteckanordnung konnten wir erfühlen, dass es ein 4-gängiges Menü sein wird.  Die beiden Bedienungen verfügten über ein Nachtsichtgerät und kannten auch den Raum. Es war für sie trotzdem nicht so ganz einfach, das Essen und die Getränke zu servieren.

Der erste Gang wurde aufgetragen und wir konnten damit anfangen in der kompletten Dunkelheit zu essen, was nicht ganz so einfach war. Den Versuch mit Messer und Gabel zu essen habe ich im Vorfeld ausgeschlossen. Für mich war der Suppenlöffel und meine linke Hand das Besteck durch den Abend. Nachdem wir die Vorspeise gegessen hatten mussten wir erraten was wir auf dem Teller hatten. Es war ein hervorragendes Steinpilzrisotto mit kurz gebratenem Zander. Beim nächsten Gang war meine Hand nutzlos. Es gab eine sehr köstliche Karotten-Ingwer-Suppe mit Gemüseeinlage. Als Hauptgang folgte eine Variation vom Schwein. Mit Backpflaumen gefüllte Schweinelende und ein Stück Krustenbraten, an Steckrüben-Kohlrabi Gemüse, mit Sellerie-Kartoffelpüree. Ein Traum! Zum Abschluss wurde uns noch ein kleiner Nachtisch serviert. Es waren unterschiedliche Früchte und Schokoladenstückchen, die wir ebenfalls geschmacklich erraten mussten.

Um unsere Augen nach dem Essen wieder langsam ans Licht zu gewöhnen, wurde ein Teelicht in den Raum gebracht. Wir alle waren überrascht, dass dieses kleine Teelicht für unsere Augen schon als viel zu grell empfunden wurde.

Für uns war es sehr interessant, wie man in dieser kurzen Zeit in der vollkommenen Dunkelheit seine Sinne schärfen kann. Wir empfanden die Gespräche am Nebentisch lauter, als sonst und was viel wichtiger war: Man konzentriert sich enorm auf den Geschmackssinn beim Essen. Das hätten wir bei weitem nicht gedacht. Bei diesem Dinner im Dunklen ging uns tatsächlich ein Licht auf!

Ein ganz dickes DANKE an meine Kollegen, die sich dieses tolle Überraschung ausgedacht haben!