Prag

in drei Tagen. Viel zu kurz um diese wundervolle Stadt kennen zu lernen.

 

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Letzte Woche war es soweit, wir fuhren mit dem IC DB-Bus von Nürnberg nach Prag. Mein ungutes Gefühl im Bus nach Prag zu fahren, hat sich keine zwei Minuten nach der Abfahrt ins Positive gewandelt. Die Fahrt war mehr als angenehm und, man soll es nicht glauben, die DB war sogar mehr als pünktlich.

Prag empfing uns in strahlendem Sonnenschein. Bewaffnet mit Reiseführer und Stadtplan machten wir uns beide auf, um unser Hotel „Jungmanns“ zu finden. Was waren wir von diesem kleinen, sehr feinen Haus positiv überrascht. Unser Zimmer war ein kleiner Traum, der Service top, das Frühstück perfekt. Befreit von unseren Rucksäcken erkundeten wir ab Mittag die Stadt zu Fuß. Vorbei an der Oper, weiter an der Moldau entlang, über die Karlsbrücke, rauf zur Prager Burg. Jeder Schritt, jeder Augenblick, jede Sekunde war es ein Fest für die Augen und die Sinne. In der Prager Burg angekommen, stand der Dom auf unserem Besichtigungsprogramm. Alle Türen waren verschlossen, nur eine kleine Seitentüre war geöffnet. Schwups – und schon standen wir vor der Kasse und lösten die Tickets für …. den Turm des Doms. Nein, das war nichts für mich. Nach 30 Stufen drehte ich wieder um, Pädda stieg die 287 Treppen hoch und kam nach einem tollen Ausblick über ganz Prag, keuchend nach ein paar Minuten wieder an den Ausgangspunkt. Zurück ging es über die Karlsbrücke und nach einem guten tschechischen Abendessen im „U Dvou kocek“(zu den zwei Katzen) lagen wir todmüde um 21:00 Uhr im Bett und schliefen den Schlaf der Reisenden.

Am nächsten Morgen genossen wir das üppige Frühstück im Hotel und tauchten sofort wieder in das Prager Stadtleben ein. Der Weg führte uns durch andere Gässchen wie am Tag zuvor, wieder hinauf zur Prager Burg. Der Dom, das Goldene Gässchen, Hradschiner Platz und vieles mehr, alles musste von uns besichtigt sein. 20 Minuten vor 12:00 Uhr standen wir in der Menschenmenge um dem täglichen Ritual der großen Wachablösung beizuwohnen. Interessant ist es schon, den jungen Männer in ihren prachtvollen Uniformen mit ihren Pauken und Trompeten zu zusehen. Danach suchten wir uns ein Plätzchen in einer Bierstube auf der Sonnenterrasse und genossen unser Mittagsbier. Ja, das musste einfach sein. Prag ohne Bier ist wie ein Franke ohne … …. 

Was mich sehr erstaunte: Die Prager Mädels trinken genauso gerne und viel Bier, wie die Prager Männer. Nach dieser Rast liefen wir zu unserem höchst gelegenen Ausflugsziel: Kloster Strahov. Neben an ist eine prachtvolle Bibliothek mit vielen alten und noch älteren Büchern. Wie gerne hätte ich in dem einen oder anderen Buch geblättert, was ja leider in einem Museum völlig ausgeschlossen ist. Langsam wandelten wir den Berg über die Prager Gärten zurück. Vorbei an den verschiedensten Botschaften, die in alten, ehrwürdigen Häusern residieren. Pädda holte sich bei einer Straßenbäckerei ein süßes Teigstück. Das ist nicht ganz mein Ding. Ein schwerer Teig, der über dem offenen Feuer gegart wird und dadurch Röstaromen annimmt, danach gewälzt in Zucker und mit Nutella eingestrichen. Allerdings war meine Bratwurst, die ich dann aus der Hand aß, auch nicht zwingend geschmacklich ein Gaumenrausch. Ein geräuchertes, gegrilltes aufgeschnittenes fettes Würstchen – kein Wunder, warum man so viel Bier in Prag trinken muss. Ein Abstecher noch in die St. Niklas Kirche und noch einer zum Malteser Platz vorbei an der Maria unter der Kette kehrten wir unter der Karlsbrücke zu unserem Nachmittagsbier ein. Der anschließende Sonnenuntergang über der Moldau … das hatte schon was für sich. Zum Abendessen waren wir wieder bei unseren „beiden Katzen“ und bestellten die Prager Spezialität: „gebratenes Schweineknie“, was unserem fränkischen Haxn sehr ähnlich ist. Das Bier schmeckte nach wie vor vorzüglich, nur auf den Becharovka verzichteten wir nach dem Essen gerne.

Tag drei in Prag und heute wollten wir den Stadtteil Josefstadt und Altstadt erkunden, die auf der östlichen Moldauseite liegen. Pulverturm, Rathaus, Altstädter Ring … ich konnte mich einfach nicht satt sehen. Das bunte Treiben der Musikanten und Jongleure, der Schinkenbratereien und Cafés … in jedem Augenblick zeigte sich die Stadt und ihre Menschen wieder in einem neuen bunten Licht und schillernden Farben. Die Judenstadt und ein langer Abstecher auf der Sonnenterrasse des Kaffee Kaffka sollten unsere letzten Eindrücke für den Tag sein, bevor wir schweren Herzens unsere Rucksäcke im „Jungmanns“ abholten und uns auf in Richtung Bahnhof machen mussten. Der IC DB Bus fuhr überpünktlich ab und als kleines Highlight hatten wir das Glück im Doppeldeckerbus auf den die beiden vordersten Plätze sitzen zu können. So konnte ich noch einmal einen letzten Blick auf die Karlsbrücke werfen und ihr zuflüstern, dass ich wieder kommen werde!

Vielen Dank an Pädda für diese Städtereise. Du hast mich wunderbar durch diese Stadt geleitet. Und danke an meine Freundin und ihren Mann die sich hervorragend um unsere beiden Hunde gekümmert haben, so dass ich mit all meinen Sinnen Prag genießen konnte.

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