Vom Rennsteig zur Schwäbischen Alb

Etappe 19 – Neumarkt – Berching

Sollte man den Frankenweg laufen, dann bitte nicht in Neumarkt übernachten.

  1. Der Frankenweg verläuft ca. 3,5 km oberhalb von Neumarkt. Man muss den Weg verlassen, den Berg hinunter und ja, am nächsten Tag auch wieder hoch laufen (und der Berg ist steil, sehr steil)
  2. Man würde nicht die wahnsinnige Aussicht vom Hotel Schönblick in Höhenberg genießen können! Diese Aussicht ist einfach nur grandios!

Was gibt es schöneres, als beim abendlichen Wildschweinbraten über das Land zu schauen und zu wissen, dass man von dem Berg gaaaaaaanz dahinten, heute früh los gewandert ist?!
Versüßt wurde uns der Aufenthalt noch damit, dass wir im Hochzeitszimmer nächtigen durften.
Herz, was will man mehr?!

Die heutige und für uns letzte Etappe führte uns nicht ganz nach Berching. Die gesamte Wegstrecke wäre über 30 km. Da wir die Hunde und Päddas Auto in Lillinghof holen mussten, war unser Endziel das Dörfchen „Hennenberg“.
Nach Berching wären es noch ca. 8-10 km, die wir somit nicht gelaufen sind.
Ganz ehrlich? Meinen Füßen war es mehr als Recht, dass wir nicht die gesamte Strecke liefen.

Fazit für diese 101 km in 4 Tage auf dem Frankenweg.
Es waren wundervolle Tage, die wir verbrachten. Bis auf den vormittäglichen Wolkenbruch, hatten wir bestes Wanderwetter.
Unsere Füße und mein Rücken haben durch gehalten. Die Wuffels waren super gut untergebracht und …
… wir freuen uns auf die letzten sechs Etappen, die im Buch „Der Frankenweg“ beschrieben sind.

Der Weg und seine Route (Link zur Route)
Diese Etappe führt über eine Hochebene. Der Weg ist nach wie vor gut zu laufen und gut markiert.
Es gibt keine großen Höhenunterschiede bis Hennenberg (wo unser Auto stand)

Entfernung: 21,25 km
Gesamtzeit in Bewegung: 5:01 Std.
Durchschnittsgeschwindigkeit: 4:23 km/h
Anstieg: 154 m

Vom Rennsteig zur Schwäbischen Alb

Etappe 18: Altdorf – Neumarkt / Opf.

Manchmal erlebt man unschöne Dinge. Auch auf geplanten Wanderungen.
Das Frühstück in Altdorf war nicht im Hotelpreis enthalten.
Etwas erstaunt sahen wir uns schon an, als wir pro Person hierfür 12,00 Euro berappen mussten.
Gut, wenn es ein opulentes Frühstück gibt, dann ist dieser Preis gerechtfertigt.
Aber nicht bei dünnem Kaffee und abgelaufenem Quark.

Etwas missmutig zog ich meinen Rucksack fest, als wir Altdorf verließen.
Das Wetter trug nicht wesentlich zur Besserung meiner Laune bei.
Hinter uns wurde der Himmel immer dunkler.
Lt. Wetterbericht sollte das strahlende Herbstwetter noch bis zum Wochenende anhalten.
Heute war erst Mittwoch! Und was noch viel schlimmer war:
Aufgrund der Aussage der Meteorologen hatte ich keine Regensachen in den Rucksack gepackt!
Man muss ja nicht unnötigen Ballast mit sich herumschleppen.

Es kam, wie es kommen musste!
Die Himmelsschleusen öffneten sich in einer Geschwindigkeit und Wucht, dass wir uns nur noch rettend unter ein paar Bäume stellen konnten.
Pädda hatte zwar Regenzeug dabei, jedoch schaffte er es nicht mehr rechtzeitig diese aus dem Rucksack zu holen.
Wir wurden nass bis auf die Haut! So standen wir und warteten …. aber auf was?? Es wird sich nichts ändern !!
Die nächste Bushaltestelle war gefühlte 100 km weit weg. Unter dem Baum wo wir standen, würde mit Sicherheit die nächsten Monate niemand vorbei fahren oder laufen und ob uns hier im Niemandsland je ein Taxi finden würde, wagte ich zu bezweifeln.
Es half ja nichts. Weiter ging’s. Im strömenden Regen. Dem Frankenweg folgend, rein in den Wald und rauf auf den nächsten Berg. (Das Nürnberger Land ist einfach nicht flach).
In Sindlbach gab es eine überdachte Bushaltestelle. Das war unsere Rettung. Pitschnass warteten wir, bis der Regen etwas nach lies.
Man muss es einfach erlebt haben, in komplett nasser Kleidung zu wandern. Ein wirklich äußerst unangenehmes Gefühl!
Bei der nächsten Gelegenheit hielten wir an und zogen uns komplett aus und um.
Was ist es schön, mit trockenen Klamotten weiter zu wandern.

Zum Glück wurde das Wetter wieder besser und teilweise kam auch noch die Sonne zum Vorschein.
Ein kleines Highlight hatten wir noch, bevor wir in unserem Hotel ankamen.
Der Aufstieg zur Ruine Wolfstein. Was für ein grandioser Ausblick auf das (flache 😀 ) „Nürnberger Land“.

Der Weg und seine Route (Link zur Tour).
In diesem Teilstück ist der Frankenweg nicht so dicht ausgeschildert, wie man es bisher gewohnt ist.
Oftmals dauert es mehrere hundert Meter, bis wieder eine Wegmarkierung den weiteren Weg zeigt. Trotzdem kann man auch diese Etappe ohne Wanderkarte laufen.

Entfernung: 30,12 km
Gesamtzeit in Bewegung: 7:42 Std.
Durchschnittsgeschwindigkeit: 3,91 km/h
Anstieg: 428 m

Vom Rennsteig zur Schwäbischen Alb

Etappe 17: Hersbruck – Altdorf

Pädda hat ein gutes Händchen, schöne Übernachtungsmöglichkeiten zu finden.
Das Hotel in der Hersbrucker Altstadt lag keine 100 Meter von der Route entfernt.
So schön, wie der gestrige Abend zu Ende ging, so schön begann der zweite Wandertag. Nach einem hervorragenden Frühstück, zogen wir gut gelaunt weiter.

Bei der Vorplanung der Tour war ich schon etwas stutzig, dass man für die heute angedachten 23 km über 8 Stunden Wanderung veranschlagt.
Das Nürnberger Land, wie der Landstrich genannt wird, hat doch keine Berge?! Wieso denn dann so ein langer Wandertag?

Gerade Mal Hersbruck hinter uns lassend, ging es schon wieder bergauf. (Klar, das Nürnberger Land hat ja keine Berge.)
Nun ja, es blieb nichts anderes übrig, als über den Berg zu wandern.
Nach dem gestrigen Marsch war es schon eine gute Übung für die müden Beine 😉
Gedanklich verweilten wir für die Mittagszeit in einem Biergarten oder Kaffee …. aber es blieb bei „gedanklich“.
Auf der ganzen Strecke gibt es eine Ortschaft, durch die der Frankenweg führt.
Engelthal. Nur, wir fanden weder einen offenen Gasthof, noch einen Bäcker oder Metzger.
Zum Glück hatten wir gut gefrühstückt und der Gastwirt hat uns einen ordentliche Brotzeit mit gegeben.
Der Abstieg von Hegnenberg (mit dem geschlossenen Gasthaus) war noch die letzte Anstrengung (das Nürnberger Land hat ja keine Berge) bevor wir nach Altdorf einzogen.
An diesem Abend hörten wir die Uhr nicht mehr 21:15 Uhr läuten. Uns fielen schon früher die Augen zu.

Der Weg und seine Route (Link zur Route)
Der Frankenweg ist nach wie vor sehr gut ausgeschildert. Abgesehen von den Höhenmetern im Waldgebiet des Buchenberges ist der Weg einfach zu laufen.
Was man unbedingt beachten sollte:
Es gibt keine Möglichkeit einzukehren. Ob dies an der momentanen Corona-Krise liegt, oder am allgemeinen Gasthaussterben können wir nicht sagen.
Bitte dieses bei der Proviantplanung unbedingt mit beachten.

Entfernung: 23,24 km
Gesamtzeit in Bewegung: 6:01 Std.
Durchschnittsgeschwindigkeit: 3,86 km/h
Anstieg: 308 m

Frankenweg – vom Rennsteig zur schwäbischen Alb

Etappe 16: Lillinghof – Hersbruck

Bis vor ein paar Wochen war mit keiner Wimper angedacht, dass wir den Frankenweg weiter laufen werden.
Trotz etlicher Telefonate im Sommer 2019, bekamen wir keine Übernachtung für den Ort Schnaittach.
Der ehemalige „Gasthof Kampfer“ in Schnaittach, bei dem wir etliche Familienfeste feierten (ich bin ein Schnaittacher Mädel 😉 ), hat den Gasthof verkauft. Heute sind es schmucke EW.
Die nächste Übernachtungsmöglichkeit ist Hersbruck.
Dazwischen ist nur Wald, Wald und noch mal Wald. Kein Ort, kein Dorf, nur Wald.
Mit unseren beiden Hunden ist es unmöglich, die Tour von Lillinghof nach Hersbruck zu laufen. Für uns war dieser Weg in Lillinghof beendet.
Schweren Herzens beschlossen wir den Frankenweg für uns als „das wars“ zu betrachten.

2020: Ein anderes Jahr.
Planen kann man nichts. Schon gar nicht den Urlaub.
Mitte August stornierten wir unseren lange geplanten Städtetripp nach Porto.
Irgendwann fiel mir bei einer Sommerwanderungen ein, ob wir nicht stattdessen den Frankenweg weiter laufen wollten?
Die Wuffels waren ja in einer wundervollen Hundepension eingebucht und warum dann nicht die vier Tage auf dem Frankenweg laufen?
Pädda war sofort dabei und kurze Zeit später wurde die Idee, fest gezurrt.

Meine Vorbereitungszeit für diese Tour war zu kurz.
Der Übungs-Rucksack viel zu schwer und mich hat noch allen Übels eine Woche vor unserem Start „die Hexe“ dermaßen geküsst, dass mir alles schwer fiel.
Dank heilenden Händen war ich zum Glück nach einer Woche doch „am Start“.

Der Weg uns seine Route (Link zur Route)
Nach wie vor ist der Frankenweg sehr gut ausschildert.
Eines sollte man bei diesem Tagestrip jedoch zwingend beachten:
Von Lillinghof bis Hersbruck muss man über sechs Berge wandern.
„Alter Rothenberg“, „Rothenberg“ „Glatzenstein“, „großer Hansgörgel“, „kleiner Hansgörgel“ und dem „Michelsberg“.
Lt. Buch „Der Frankenweg“ läuft man einen Höhenunterschied von 760 Meter.
Der „Rothenberg“ hat den steilsten Anstieg, der gefährlichste Abstieg ist vom „großen Hansgörgel“. Ungesichert führt er steil über rutschige Serpentinen.
Trittsicherheit ist hier zwingend erforderlich!

Entfernung: 26,98 km
Gesamtzeit in Bewegung: 7:37 Std.
Durchschnittsgeschwindigkeit: 3,54 km/h
Anstieg: 436 m

Frankenweg – vom Rennsteig zur schwäbischen Alb

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Etappe 15 Gräfenberg – Lillinghof

Wie schafft sie das nur ?!
Ostersonntag und der Wecker läutete um 6:10 Uhr. Wir anderen 3 kämpften noch mit unserem inneren Schweinehund. Weder Pädda noch Fiete reagierten auf den Wecker, nur Motsi stand da und strahlte mich an. Es nützte ja nichts, die Bettdecke wieder über den Kopf zu ziehen. Der Wecker läutete energischer und Motsi wedelte im Takt dazu.
Irgendwie schafften wir es dann doch um 9:00 Uhr an unserem heutigen Startpunkt in Gräfenberg zu starten.
Ein sonniger Ostersonntagmorgen versüßte unseren Aufstieg auf den Mönchsberg. Es ist ein Traum, durch die blühenden Kirschbäume zu wandern.
Und schon gings hinab nach Weißenohe. Das Kloster war zwar schon geöffnet, der Biergarten jedoch noch nicht. Naja, so früh wollten wir auch noch kein Bier trinken 😉
Hinauf durch die Streuobstwiesen, weiter an blühende Kirschengärten, ein kleines Schwätzchen mit einem Kirschenbauer und hinunter ins Tal zur Lillach.
Ab da war es vorbei mit dem „einsamen Wanderweg“. Aus allen Ecken strömten Wanderer und die, die es mal werden wollen.
Die Sinterstufen sind schon ein Hot-Spot für Wanderer.
Da es seit Tagen, fast schon seit Wochen, nicht mehr geregnet hat, waren die Terrassen teilweise ausgetrocknet.
Unser Weg führte uns entlang der Lillach zu ihrer Quelle. Ab hier wanderten wir wieder ohne weitere Begleitung, hinauf zum Segelflugplatz Lillinghof.
Was für ein herrlicher Ausblick!
Von hier aus konnte man bis Nürnberg und noch weiter ins Land schauen.
Versehentlich bogen wir falsch ab. Lt. Pädda war die Beschilderung links um den Flugplatz herum – wir hätten jedoch rechts laufen müssen.
Egal. So kamen wir in den Genuss das Schleppflugzeug mit einem Segler aus einer erstklassigen Perspektive starten zu sehen.
Als wir durch die weißen Kirschenbäume zum Auto liefen, kamen doch wieder Kindheitserinnerungen hoch. In Schnaittach wuchs ich auf und oftmals waren meine Eltern und ich auf dem Lillinghofener Flugplatz zur Kirschenblüte.

Hier endet unser Oster-Wander-Wochenende 🙂
Eine kleine Tagesetappe liegt noch vor uns, bevor wir uns (hoffentlich!) im Herbst wieder auf eine Mehrtageswanderung begeben können.
Besonders stolz sind wir auf unsere beiden 4-Füßigen Freunde. Das Motsi und Fiete so wunderbar mit gelaufen sind, hätte ich mir nicht träumen lassen.
Teilweise war es schon sehr anstrengend, in der Mittagssonne den nächsten Berg hoch zu laufen.

Der Weg uns seine Route
Die Landschaft wird weicher. Keine hohen Berge und dunkle Wälder, sondern teilweise weite Landschaften. Der Weg ist wie immer (bis auf kleine Ausnahmen) super gut beschildert. Diese Etappe war gut zu laufen, auch ohne besonderes Training. Die Wege sind breit und ohne Hindernisse (Wurzeln, Steine, enge Wege)

Entfernung: 10,1 km
Gesamtzeit in Bewegung: 3,03 Std.
Durchschnittsgeschwindigkeit: 3,29 km/h
Anstieg:  199 m