Unsere 1. Reise im Wohnmobil

oder: Eine für mich etwas andere Urlaubsreise

Unsere Zeitplanung war falsch.
Die Übernahme von „Brummie“ war sonntags um 12:00 Uhr.
Meine Bitte, das Fahrzeug morgens zu übernehmen ging aus versicherungstechnischen Gründen nicht.
Was wir auch nicht einkalkulierten, war die mehrstündige Einweisung ins Wo-Mo.

Zum Glück hatten wir zu Hause alle unsere Sachen schon fertig gepackt und so konnten zu Hause alles in windeseile in der Kabine verstauen. Schnell noch die Wuffies einpacken und los ging’s.

Nach unserem ursprünglichen Plan wollten wir in der ersten Nacht im Odenwald, evtl. sogar in der Eifel, angekommen sein.
Tja, unsere erste Übernachtung war in Miltenberg (ca. 100 km von uns zu Hause entfernt).
Im Camper-Buch war ein wunderschöner, kostenfreien Stellplatz direkt am Main, angegeben.
Ein Platz der fünf freien Plätze, gehörte uns. Im herrlichsten Sonnenuntergang saßen wir am Main und ließen uns unser mitgenommenes Essen schmecken.

Am nächsten Tag noch einen gemütlichen Rundgang durch das wunderschöne Städtchen und weiter ging es Richtung Belgien.

Da wir beide etwas sehen wollten, war die Autobahn keine Option für unsere Reise.
Der 23 Jahre alte „Brummie“ fuhr auch ganz brav durch den kurvigen Odenwald und weiter am Rand der Eifel.
Wir freuten uns auf unseren ausgesuchten Übernachtungsplatz.
Ganz oben auf dem Berg, mit Blick über die ganze Eifel.
Es gab nur ein Problem: Den Platz gab es nicht mehr.

Da wir gut in der Zeit lagen, steuerten wir den nächsten Camperplatzan, der uns jedoch nicht zu sagte.
Gelandet sind wir dann letztendlich in Bergheim, Nähe Köln.
Im kleine Vorort Paffendorf, neben dem wunderschönen Schloss und herrlichem Park wurde unser Übernachtungsplatz.

Während des morgentlichen Gespräches zwischen den Nachbars-Campern fiel die Entscheidung, nicht nach Belgien, sondern in die Niederlande zu fahren.
Gründe hierfür waren u.a. die wenigen, teilweise sehr teuren und lt. Camper-Stellplatz-Buch, nicht gerade ansprechende Stellplätze.
Außerdem sind wir beide gerne in den NL und Meer (was ich uuuunbedingt sehen wollte) gibt es da mehr als genug.

Auf gings ans Ijsselmeer!!

Den Campern muss ich nichts erzählen 🙂
Der große Vorteil ist, dass man einfach sein „Haus“ nimmt und weiter fährt, wenn es einem an dem Ort nicht (mehr) gefällt.
Nach zwei Versuchen einen hübschen Stellplatz zu finden, landeten wir an einem wunder-, wunderschönen Platz in Stavoren.
Rechts neben uns der Jachthafen, links neben uns der Strand, hinter uns
der Damm mit Schafen und vor uns DAS MEER !!!
Ja!!! Hier wollen wir bleiben!!!

Stavoren ist klein und verträumt, mit schönen alten Häusern.
Dort gab es auch den besten Käsekuchen, den ich je gegessen habe (sorry Pädda, aber der war wirklich besser, als deiner und der ist schon ein Traum).
Es war alles (fast) perfekt!!
„Fast“, da das Wetter uns nicht gerade freundlich gesinnt war.
Es zog ein Sturmtief auf. Starkregen und heftiger Wind waren angesagt.
Zum Glück hatte ich den dicken Schlafanzug mit eingepackt.
Die zweite Nacht war fast ein Weltuntergang. Es hat lange gedauert bis ich einschlafen konnte.
Immer die Frage im Kopf: Kann ein Wohnmobil umfallen? Es fiel nicht um und am nächsten Morgen strahlte die Sonne vom Himmel.
Der Wind hatte sich nicht verzogen. Er blies weiter heftig und so beschlossen wir nach der dritten Nacht diesen wunderbaren Flecken zu verlassen und dem schönen Wetter Richtung Osten zu folgen.

Pädda wollte jetzt unbedingt an die Weser. Keine Ahnung warum, aber wenn es der Wunsch ist, dann fahren wir halt an die Weser.
Der Blick auf die Weser ist wie der Blick auf den Main.

Etwas enttäuschend war der Stellplatz und der Blick auf die Weser selbst.
Aber wozu hat man ein Wo-Mo.?

Weiter gings nach Südosten. Das Wetter wurde immer besser und die Landschaft im Weserbergland war traumhaft schön!!
Das leuchtende Gelb und der Duft der Rapsfelder. Herrlich!!
Wir fanden einen wunderbaren Camper-Platz in einem schnuckeligen, total süßen und verträumten Örtchen namens Ottenstein.
In einem kleinen „Tante Emma“ Lädchen und der noch kleineren Dorfmetzgerei wurden die Zutaten für einen Schweineschmorbraten im Dutch-Oven.
Was war das schön! Was war das gut!

Nach 2 Nächten gings weiter Richtung Süden. Durch das Kyffhäusergebirge. Die 36 Kurven rauf zum Kyffhäuser-Denkmal und wieder runter.
„Brummie“ schnaufte langsam und ohne Murren rauf und langsam und ohne Murren wieder runter.

Unser nächster Übernachtungsplatz war in der Nähe von Sondershausen angedacht.
Jahmm … die drei Standplätze, die wir anfuhren, waren nicht gerade die, die wir uns wünschten.

Nach längerem Suchen im Navi fand Pädda „den Platz“ und so starteten wir zu unserem nächsten Platz in Treffurt, direkt an der Werra.
Unter uralten Bäumen fanden wir für zwei Nächte unseren Standort.
Das kleine Städtchen ist wie aus dem Bilderbuch.
Viele Häuser sind wunderschön und liebevoll restauriert. Den Weg zum Schloss hinauf sollte man unbedingt gehen, auch wenn der Anstieg etwas steil ist. Die Aussicht von oben ins Tal ist traumhaft schön.
Abends zog ein heftiges Gewitter auf und „Brummie“ war uns auch hier ein gutes Gefährt. Die ersten schweren Hagelkörner die aufs Dach einschlugen hatten nicht nur die Wuffies erschrecken lassen.
„Brummie“ stand jedoch auch hier ganz geduldig und am nächsten Tag schien wieder die Sonne.

Tja … und schon war es der letzte Tag unserer Reise.
Zurück ging es über Eisenach (die Wartburg hatte noch geschlossen, als wir anklopften), weiter ging es durch den Thüringer Wald und mit seinem wunderschönen Rennsteig, über Bad Neustadt an der Saale, nach Hause.

Nach 10 Tagen, vielen wunderbaren (und auch weniger wunderbaren) Eindrücken, neuen Erfahrungen, neuen Eindrücke waren wir wieder ohne große Komplikationen, zu Hause angekommen.

Einen Nachsatz möchte ich noch zu dieser Reise schreiben.
Päddas Wunsch ist es seit vielen Jahren, Europa zu bereisen, wenn wir „in Rente“ sind (das klingt schon seeeehr aaaalt).
Diese Reise sollte die Frage beantworten, ob ich dazu bereit wäre.
Meine Antwort:
„Ja, allerdings muss das Wo-Mo. mehr „Platz“ haben, damit 2 Menschen und 2 nicht so kleinen Hunden sich nicht ständig auf die Füße steigen.
Für Motsi war die Enge kein Problem. Fiete, der eh nicht gerne Auto fährt, hätte, wie ich, gerne mehr Platz um sich herum gehabt.

Wir haben auf dieser Reise vieles mitgenommen, was wir möchten und was wir ausschließen werden, wenn wir uns evtl. für ein eigenes Wo-Mo entscheiden.

Ein ganz großes DANKE, geht an alle unsere Wo-Mo Freunde, die uns mit ihren Erfahrungen, Tipps und Infos einen Weg zu unserem Vorhaben geebnet haben!!

Ein Haus auf Räder

oder: Werde ich Camper?

Im Herbst 2019 buchten wir für Mai 2020 einen Urlaub an der Atlantischen Bretagne.
Corona hatte jedoch weltweit, einen dicken Strich durch sämtliche Vorgaben gezogen.

Letztes Jahr kam Pädda mit der Frage auf, ob wir nicht unseren für 2022 geplanten Bretagne Urlaub im Wohnmobil machen wollten. So als kleiner Vorgeschmack auf unsere Europatour.
Es ist Päddas Traum seit vielen Jahren, Europa im Wohnmobil zu bereisen.
Momentan ist es noch nicht spruchreif, ein eigenes Wo-Mo zu kaufen.
Ein paar Jahre sollten wir noch arbeiten und die Preise sind für diese Autos momentan explodiert.
Aber einen Vorgeschmack, wie es denn sein könnte, wenn wir vier (ja, die Hunde müssen mit!!) auf sehr begrenztem Raum zusammen leben und unterwegs sind, sollten wir vorher schon ausprobieren.

Eine Arbeitskollegin brachte uns zum Portal „Paul Camper“.
Auf dieser Plattform finden sich private Wo-Mo Anbieter, die ihr Fahrzeug für Urlaubszwecke vermieten.
Leider muss man viele Monate im Voraus die Camper buchen. Viele Fahrzeuge, die uns zusagten waren für unsere Urlaubszeit nicht mehr verfügbaar.

Unsere begrenzte Auswahl viel auf einen 1999 gebauten „teilintegrierten“ Detlef II, mit 5,5 Meter Länge.
Ein Doppelbett, Dusche, WC, Küche, Essplatz für:
2 Erwachsene und 2 nicht so ganz kleine Wuffies ….
… irgendwie ist das schon alles sehr knapp bemessen.

Egal – wir buchten „Brummie“ und ich freute mich auf die Bretagne.
Meine Rechnung war jedoch falsch.
2019 fuhren wir mit unserem PKW in die Bretagne. 2 Tage hin und 2 Tage zurück, 1 Woche am Meer.
2022 wollten wir mit einem Wo-Mo. einige Kilometer weiter in den Westen fahren.
In 11 Tagen wäre das mit „Brummie“ zu schaffen, wenn man sich mit 3 Tage am eigentlichen Urlaubsort zufrieden gibt.
Das alles war nicht gerade meine Vorstellung von „entspanntem Urlaub“.

Es gab noch einen Grund, der unsere Wegstrecke von „one way“ 1.800 km verkürzen lies. Durch die Ukraine-Krise stiegen sämtliche Energiekosten drastisch in die Höhe.

Wir überlegten hin und her und entschieden uns im Elsass unseren ersten Wo-Mo Urlaub zu verbringen.

Google brachte mich einige Tage darauf auf einen anderen Urlaubsort.
Das täglich wechselndes Starterbild zeigte eine atemberaubende schöne Küste in Belgien.
Belgien? Warum denn nicht nach Belgien!

Schnell wurden einige Reiselektüren über Belgien downgeloadet und unsere Reise umdisponiert.
Wozu hat man denn ein Wo-Mo.???
Man ist nicht gebunden – das ist ein sehr großes „Plus“!!

Mit vielen wunderbaren Ratschlägen, Tipps und Tricks von „Alt-Campern“en packten wir eine Woche vor der Übernahme von „Brummie“ unsere Sachen zusammen.

Ausgestattet mit Camper Lektüre für Stellplätze in Deutschland und Europa,
ausgestattet mit Kochtopf und Grillkohle,
ausgestattet für eine Polartour (ich wollte nicht frieren in der Nacht)
ausgestattet mit allem Zeugs was man braucht – oder auch nicht,

übernahmen wir dann (endlich) „Brummie“ und starteten unsere
10 tägige Reise nach und durch Belgien ans Meer.

Damaraland – Swakopmund

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oder: es wird kühler

Am nächsten morgen verließen wir das traumhaft schöne Damaraland. Über schier endlos scheinenden Schotterpiste fuhren wir Richtung Atlantik.
Bevor wir in Swakopmund im Hotel eincheckten, besuchten wir noch die Seehund-Kolonie und ein altes Schiffswrack.
Unser gemeinsames Abendessen in der Kapitäns Kajüte im TUG-Restaurant rundeten diesen Tag ab.
Wir blieben 2 Tage in Swakopmund.
Ein bisschen shoppen, am traumhaften, fast menschenleeren Sandtrand entlang wandern, im Brauereigasthof am Strand sitzen …
Herz was willst du mehr?
Leider war das unser letzter Tag mit Charles und Alfred. Die beiden hatten nur die 7-Tages Reise gebucht und für sie war Swakopmund das Ziel.
Gute Weiterreise, ihr Beiden !! Es waren 7 wundervolle Tage mit euch !!

Namibia

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oder: was für ein Land!!

Die 13 war unsere Glückszahl 🙂

Unsere Reisedauer betrug 13 Tage, unsere Tour innerhalb Namibia begann am Freitag den 13’ten und unser letztes Übernachtungscamp trug die Hausnummer 13.

Was für ein Urlaub!!!

Wir hatten Glück mit allem.
Unsere Gruppe wäre auf 14 Teilnehmer ausgelegt gewesen, wir waren 5 und in der Namib Wüste nur noch 3 Teilnehmer.
Sarah aus England, die in München zu Hause ist, Charles aus Frankreich, der in Myanmar lebt, Alfred aus Südafrika, der in Zürich arbeitet und wir zwei aus Franken.
Geführt wurde unser Trip von Gabriel, dem besten Guide ever, ever, ever und Joseph, dem besten Koch Namibia’s.
Danke an euch Zwei.
Ihr habt uns eure Heimat mit so viel Liebe, Gefühl und Sachverstand erklärt. Es war toll!!!
Was ich auch nicht vergessen möchte. Wild-Dog-Safari. Ein Namibia Reiseanbieter, der alles vorzüglich organisiert hat.

Die Fotos von Namibia zeige ich in einer Galerie. Es kann zu einiger Ladezeit kommen.

Kurztrip ans Meer

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oder: einmal Groningen und zurück

„Na wenn wir schon nach Holland fahren, dann sollten wir doch zumindest einen Tag fürs Meer noch mit dranne hängen“ meinte Pädda, als wir den Besuch zu Motsi vor einigen Wochen planten. Gesagt, getan – und schon waren wir im Internet unterwegs nach einer kleinen, hübschen und vor allem bezahlbaren Übernachtungsmöglichkeit zwischem Motsi’s „noch zu Hause“ und dem Meer. Ja, ich wollte auch wieder so gerne ans Meer. Seeluft schnuppern, den Wind um die Ohren blasen lassen, Schiffe guggen und am Strand liegen …
Vor fast genau drei Jahren waren wir ein paar Tage am Ijsselmeer-Meer. Sonne, weißer feiner Sandstrand, kleine verträumte Dörfchen, viel Fisch und Krabben … ach, das hört sich doch super toll an!

Letztes Wochenende war es dann soweit und die drei Tage vergingen wie im Flug. Nicht nur, weil wir das kleine schwarze Gekräusel besuchen konnten, sondern weil Holland (ja, in Franken heißt es nun mal „Holland“ und nicht „die Niederlande“) einfach ein schönes Land ist. Naja, Pädda fehlten zwar etwas die Berge, aber man kann ja nicht alles haben. Dieses Mal waren wir im Bezirk Groningen unterwegs. Kleine Ortschaften, viele Kanäle, gutes Essen und ein herrliches Wetter – Herz was will man mehr?

… nur am Sandstrand lagen wir nicht. Macht nix – Holland ist ja nicht so weit weg 😉