Durchs Luznice Tal

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oder: wie bekomme ich das „Krönchen“ auf das z im Namen Luznice?

Nach dem ausgiebigen Frühstück in unserer Pension „Na Hradbach“ (diese Pension ist sehr empfehlenswert) war unser erstes Ziel der Marktplatz in Tábor.
Der Morgen war regnerisch und nicht gerade sommerlich und ich war ganz froh, dass ich neben meinen Regensachen auch eine lange Unterhose mit eingepackt hatte. Man … oder eher ich, weiß ja nie 😉
Pädda hatte im Info-Zentrum am Marktplatz jeder Menge deutschsprachigen Tipps für Ausflüge organisiert und so saßen wir im Café und studierten wie wir die Woche, jedoch erst mal diesen Tag, weiter gestalten könnten.
Für Wandersleute ist Böhmen ein Eldorado, allerdings kann und sollte unser kleiner Hundebub weder längere Touren noch Treppen laufen.
Ein Blick zum Himmel zeigte nichts gutes, trotzdem beschlossen wir mit Motsi eine kurze Wanderung durch das Luznice Tal zu laufen.
Im Wanderführer ist dieser Weg als traditioneller Familienspaziergang“ mit 7 km ausgeschildert. „Wanderungen“ beginnen anscheinend in Böhmen erst ab 21 km 😉

Unterwegs in Südböhmen

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oder: Tábor … was???

Hätte mir vor vielen Jahren jemand gesagt, dass ich in Tschechien Urlaub machen würde, ich hätte ihn erschrocken angesehen.
Wie? In Tschechien Urlaub machen? Nein – niemals! So zumindest war meine langjährige Einstellung nachdem ich 1991 von Komotau (der Geburtsstadt meines Vaters) zurück nach Nürnberg gefahren bin.

Pädda lud mich viele Jahre später in das wunderschöne Prag ein (wodurch meine Animosität gegen Tschechien schon deutlich verbessert wurde) und bei unserem letztjährigen Wochenendtrip nach Loket war das Eis restlos gebrochen.
Tschechien ist einfach ein schönes Urlaubsland und so waren Tür und Tor offen, als Pädda Südböhmen für unseren einwöchigen Sommerurlaub vorschlug.
Bereits bei der Planung wussten wir, dass unser Jungspund Fiete mit „on board“ ist. Deshalb sollte der Urlaubsort von der Anfahrt nicht zu weit sein, uns Urlaubern Abwechslung und unseren Wuffels viel Natur bieten.
Und so fuhr ein voll bepacktes Auto vor ein paar Tagen ca. 360 km gen Osten ins wunderschöne Böhmerland mit dem Endziel: Tábor.
Ganz ehrlich? Ich wußte bis zu dem Zeitpunkt als Pädda unsere kleine Pension in der zweitgrößten Stadt Südböhmens buchte, nichts von der Existenz dieser alten Stadt.
Unsere Bettenburg lag im äußeren Bezirk der Altstadt, gegenüber dem sagenhaften Park rund um die Stadtmauer. Abends liefen wir durch die verkehrsberuhigte Zone und kamen schnell auf den wunderschönen Marktplatz um zu verweilen, zu Abend essen oder unser Absacker-Bier zu trinken. Meistens waren wir zu viert, da es in Tschechien keine Probleme bereitet, die Hunde mit auf die Terrasse des Restaurants zu nehmen.

Tschechien ist für zwei Familiengruppen ein ideales Urlaubsland. Familien mit Kindern und / oder Hunden.
Diese tollen Abenteuerspielplätze, die wir gesehen haben … ein Traum!
und anscheinend hat der Tscheche die selbe Hundeliebe, wie wir. Jedoch ist die Rassenvielfalt um etliches höher, als bei uns. Vom Affenpinscher bis zum Barsoi – alles ist in dem Städtchen Tábor vertreten. Eine Verdoppelung gab es nur bei Hundehaltern wie uns.
Was de facto noch für dieses Urlaubsland spricht, sind die netten und total hilfsbereiten Bürger, die halbwegs noch günstigen Preise, die wunderschönen liebevoll restaurierten Altstädtchen und natürlich die einmalige Natur!
Solche alten Wälder, Alleen und Bäume sieht man nicht oft, dazwischen immer wieder wunderbare kleine und größere Bächlein und Flüßchen, bis zum Moldau-Delta in dem Pädda dann seine Badehose ihrer Bestimmung übergegeben hat.

Ja, es war eine herrliche Urlaubswoche und das Wetter war genauso perfekt!
… ich denke, wir werden nicht das letzte Mal in Tschechien gewesen sein.

Ein kleiner Einblick in die Altstadt von Tábor mit seinen wunderschöne, kleine Gässchen, vielen Ecken und Winkel.
Rund um den Marktplatz pulsiert das Leben und in den Restaurants und Cafés waren die vordersten Plätze immer sehr begehrt und schwer zu bekommen.
Essenstechnisch war meist die „böhmische Küche“ angesagt. Ich persönlich mag die Böhmischen Knödel gar nicht und hielt mich mehr an dem kurz gebratenem Fleisch fest. Die Kuchen und Nachspeisen … typische Böhmisch und einfach nur köstlich!
Da ich Höhenangst habe, erfüllte mir Pädda den Wunsch, dass er auf den Glockenturm mit seinen 200 Stufen auf stieg um einige Fotos von oben zu bekommen. Die Fotos zeigen einen Wahnsinnsausblick, nicht nur über die Stadt, sondern auch weiter zum Jordan, das älteste Wasserrückhaltebecken in Europa und ein Freizeitparadies für Wasserratten aller Art.
Auf der anderen Seite der Altstadt ist der wunderschön angelegte Park mit seinem sehr alten Baumbestand. Gehegt und gepflegt und dazwischen integriert die Abenteuerspielplätze für Kinder.

 

Frankenweg – vom Rennsteig zur schwäbischen Alb

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Etappe 8: Scheßlitz – Hohenpölz

Es ist schon toll, wenn alles perfekt klappt 🙂
Die Karsamstags-Route war von mir auf den Meter genau ausgemessen und auch der Start- und Endpunkt, sowie die Länge der Strecke war tadellos.
Im Prinzip kann ich mir selber auf die Schulter klopfen und mit einem netten Grinsen Pädda an die falsch ausgemessene 35 km Strecke 2015 erinnern.
Heute wurde mein breites Grinsen jedoch etwas schmäler, als mich Pädda nach dem Startpunkt im Städtchen Scheßlitz fragte.
Ähm ja, ganz klar. Der Frankenweg läuft durch den Giechburgweg und da stellen wir unser Auto ab. Pädda suchte im Navi und meinte, dass es diese Straße in Scheßlitz nicht geben würde …
Ups … der Zettel mit dem Startpunkt und dem Straßennamen war auch nicht in meinem Rucksack, sondern lag zu Hause auf dem Esstisch.
Meine Gehirnzellen arbeitet fieberhaft aber es kam immer nur eine falsche Adresse heraus.
Was für ein Glück für mich, dass wir an dem Schild zur Giechburg vorbei fuhren.
Ja, das wars!! Ist doch egal, ob Gügel oder Giechburg – wir mussten eh über beide Berge wandern 😉
Kurz drauf später parkten wir am Start für unsere Etappe im „Gügelweg“ – alles Bestens – eben Schbazl-Planung 😉

Der Wettergott meinte es sehr gut mit uns, obwohl der Wetterbericht schlechtes Osterwetter vorhergesagt hatte.
Wir starteten bei blauem, wolkenlosen Himmel. Nach einigen Metern durch einen traumhaft schönen Frühlingswald, in dem der Bärlauch den ganzen Waldboden für sich eingenommen hat, ging es bergauf Richtung Giechburg.
Der Blick von der Giechburg über das ganze Land ist schon grandios.
Was mich immer restlos begeistert ist der Blick auf den gegenüberliegenden „Hügel“. Von dort kamen wir gestern und nun stehen wir hier.
Toll, einfach nur toll!

Der Weg:
Ein traumhaft schöner Weg durch die Ausläufer der Fränkischen Schweiz. Highlight sind hier die Giechburg und der Gügel.
Die Route führt durch einen neune Windpark in der Nähe von Hohenpölz. Dieser Abschnitt hat das Vergnügen, den Weg zu laufen, etwas geschmälert.

Entfernung: 14,3 km
Gesamtzeit in Bewegung:  3,32 Stunden
Durchschnittsgeschwindigkeit: 4,05 km/h
Anstieg: 266 m

TraumRunde Dettelbach

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oder: naja ….

Diese Route sind wir irgendwann im Winter gelaufen.
Eigentlich versprach der Wetterbericht für diesen Tag Sonne, doch wie es immer so ist mit dem Wetterbericht: Auch er irrt sich ab und an.
Wir fuhren trotzdem nach Dettelbach am Main, auch wenn der Hochnebel um 10:00 Uhr nichts Gutes versprach.
Pädda hat diesen Weg als „TraumRunde Dettelbach“ im Internet gefunden und die Strecke sollte durch die sonnigen Weinberge führen. Nun ja, so wie sich der Wetterbericht an diesem Tag geirrt hatte, so war auch der traumhafte Wanderweg nicht das, was versprochen wurde.
Wie es halt im Leben so ist: Es gibt nicht immer sonnige Tage mit traumhaft schönen Wanderungen.

Der Weg und seine Route.
Was man bei diesem Weg hervorheben muss ist die top ausgeschilderte Streckenführung, die direkt in Dettelbach vor dem Rathaus beginnt.
Das erste Drittel der Route war auch noch relativ ok. Gut, man sah von den Weinbergen auf den Main und im Hintergrund auf die Industrie auf der anderen Main-Seite. Als es jedoch Richtung A3 ging und wir da auch noch ca. 400 Meter direkt daneben laufen mussten, wurde der erste gute Eindruck des Weges relativ schnell geschmälert. Wieder hinauf zu den Weinbergen mussten wir die sehr stark befahrene B22 überqueren um in einer großen Biegung wieder nach Dettelbach zu kommen.
Geräuschmäßig empfand ich den Weg entlang de A3 und B22 als äußerst unangenehm und die Route im Gesamten war auch nicht besonders abwechslungsreich.

Entfernung:  11,2 km
Gesamtzeit in Bewegung: 2,75 Stunden
Durchschnittsgeschwindigkeit: 4,14  km/h
Anstieg: 237 m

Buttenheim – Senftenberg – Buttenheim

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Kalt ist es!
In Franken sagen wir „saukalt“ zu minus 16° Nachttemperatur. Das ist schon eine Ansage und dies über die letzten Tage hinweg. Allerdings beschwere ich mich absolut nicht. Die letzten Winter waren keine Winter, sondern ein Irgendetwas, was man eher als „Wischi-Waschi“ bezeichnen musste.
Genial schön sind die Sonnenaufgänge, die sonnigen Tage, der Schnee und alles was eben dazu gehört.

Naja, heute Morgen waren meine Gedanken noch nicht soweit, dieses traumhaften Wetter zu genießen. Unbehagen breitete sich bei mir aus. Die Atemluft war einfach zuuuu kalt, als wir den ersten kleinen Anstieg unserer heutigen Wanderung hoch marschierten. Pädda bot an die Wanderung abzubrechen … aber was eine echte Pinguinfrau ist (und so fühlte ich mich, dick eingepackt in 3 Lagen Hosen und Jacken) watschelt den Berg weiter mit nach oben.
Oben angekommen wurden wir mit einem fantastischen Ausblick belohnt. Weiter gings an den Galloway-Rindern vorbei, an deren Barthaare die angefrorenen Atemluft glitzerte und irgendwann wars dann auch bei mir soweit, dass ich beschwingt die Tour gelaufen bin.
Es wäre schade gewesen wenn wir den Weg abgebrochen hätten, da es sehr beeindruckend ist, durch diese klirrend kalte Landschaft zu wandern.

Der Weg
Diese Wanderung wird in dem Flyer „Wanderungen Bamberg Land“ Strecke unter der Nummer 3 geführt. Er wird als anspruchsvoll mit größeren Steigungen beschrieben. Für uns war diese wunderschöne Route über sonnige Felder und Hänge nicht sonderlich anstrengend. Einzig der Anstieg von Ketschendorf zum höchsten Punkt der Route war etwas anspruchsvoll.

Entfernung: 14,5 km
Gesamtzeit in Bewegung: 3,5 Stunden
Durchschnittsgeschwindigkeit: 4,34 km/h
Anstieg: 296 m